QUALITÄTSMANAGEMENT IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE

Statussymbol, Rückzugsort, Spielzeug – ein Auto kann vieles sein, aber vor allem bedeutet es für viele Menschen Mobilität und damit ein Stück Lebensqualität. Um dies gewährleisten zu können, arbeitet die Automobilindustrie stetig daran, die Art, wie wir uns mit unseren Autos bewegen, weiter zu entwickeln. Dies geschieht mit dem Ziel vor Augen, den Kunden auch weiterhin und vor allem zukünftig diesen besonderen Mehrwert zur Verfügung zu stellen. Sicherheit, Effizienz, Comfort und Design sind nur einige Aspekte dieses Fortschrittes, welche als Ergebnis im Produkt sichtbar werden. Ursprung dieser Innovationen sind die Automobilhersteller selbst. Auch sie müssen sich selbst stetig weiterentwickeln, sich neue Standards setzen und ihre Arbeits- und Organisationsweise fortlaufend anpassen. Ein Standard, welcher die Innovations- und Organisationskraft der Branche insbesondere zum Ausdruck bringt, ist die IATF 16949:2016 – ein Wegbereiter in eine erfolgreiche Zukunft.

Die IATF 16949: Wieso der Wandel?

Anpassungen von Standards der Automobilindustrie wurden bisher in verschiedenen nationalen und internationalen Normen und Standards beschrieben. Die Abstimmung dieser Normen führte zu einem hohen Kommunikations- und Koordinationsaufwand zwischen den verschiedenen Lieferanten und Produzenten. Die Lösung des Problems wurde schließlich mit der neuen weitreichenden Norm gefunden. Mit dem Ziel, einen einheitlichen QMS-Standard für die komplexe Lieferkette der Automobilindustrie zu setzen, gründete sich eine Task Force, bestehend aus den führenden Unternehmen und Verbänden der Automobilbranche. Diese gruppierten sich als IATF - International Automotive Task Force (Die IATF 16949, P.Strompen, 2017, S.7,11). Der von der Task Force geschaffene Standard IATF 16949 definiert „eine weltweit einheitliche Entwicklung von Produkten und Produktionsprozessen für die Herstellung in der Automobilindustrie“ (IATF 16949:2016, 1. Ausgabe, S.7). Es gilt, dass alle Mitglieder der Lieferkette spätestens im September 2018 die gleiche Sprache sprechen müssen (ebd.) und so dazu beitragen, die Erwartungen des Endkunden auch weiterhin zu erfüllen oder sogar zu übertreffen. Ein konsistentes Qualitätsversprechen der Branche und die damit einhergehende Kundenerwartung und -zufriedenheit ist ein sehr wichtiger Faktor zur Garantie der Wettbewerbsfähigkeit am Markt.

Wer Qualitätsmanagement sagt, muss auch Datenmanagement sagen

Der neue Standard IATF 16949 fand seinen Anfang nicht zuletzt in einem Umdenken innerhalb der Branche. Eine Erweiterung des Fokus von Produktionskosten auf Kosten, welche durch Fertigungsausfälle oder -stopps, Rückrufaktionen und Nacharbeiten hervorgerufen worden sind, waren ein Katalysator und Wegebereiter des neuen Standards.

Die Steigerung der Produktions- und damit auch Produktqualität ist demnach eng mit der Reduktion von Folgekosten verbunden und wird mit Hilfe der neuen Norm eingeführt. In diesem Zuge geht zudem einher, dass auch die Anforderungen an die Prozesse, die Steuerung und Dokumentation der Produktion weiter steigen werden. In Bezug zur Ausrichtung auf Industrie 4.0 spielen deshalb Daten und Datenmanagement eine sehr wichtige Rolle. Nahezu jeder Vorgang erzeugt Daten, ein Großteil der modernen Produktion wird von Programmen gesteuert. Diese Programme werden stetig überarbeitet, angepasst oder optimiert und sind somit einer permanenten Änderung unterworfen. Die Daten, welche hierbei anfallen sind in vielfacher Weise von großer Bedeutung. Ein Nachweis über die Produktionsprozesse im Sinne eines Audit-Trails, eine Auswertung über die Effizienz, Sicherstellung der Qualität und viele weitere Gründe sind zu nennen, wenn es darum geht die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Datensicherung, -auswertung (Beispielsweise durch Key Performance Indicators) und -nutzung, schlichtweg dem Datenmanagement in der automatisierten Produktion, darzustellen. Insbesondere Kapitel 8 der IATF 16949 nennt in diesem Sinne mehrfach die „Rückverfolgbarkeit“ als Bedingung für „die Sicherstellung der Konformität von Produkten und Dienstleistungen“ (IATF 16949:2016, 1. Ausgabe).

Wie unterstützt versiondog konkret im Qualitätsmanagement?

Ein Daten-Qualitätsmanagement sollte aus vorgenannten Gründen Produktionsdaten und insbesondere Programmversionen und Datenstände gewissenhaft dokumentieren, verwalten und auswerten können. Nur ein einwandfreier Umgang mit den Produktionsdaten kann als Basis für reibungslos ablaufende Prozesse und eine fehlerfreie Produktion dienen - dem Grundpfeiler von Innovation und Erfolg. Datenmanagementsysteme für die automatisierte Produktion, wie bspw. versiondog, müssen die neuen Anforderungen der Kunden verstehen und diese bei der Steigerung Ihrer Qualität aktiv unterstützen. Die Automatisierung von Datenmanagementprozessen aus dem „USB Stick Zeitalter“ wird hierbei durch ein konsistentes automatisiertes Datenmanagement ersetzt. versiondog versioniert erzeugte Programmstände konsistent, er erzeugt und zieht aktuelle Backups der Automatisierungsgeräte und vergleicht diese mit vorherigen Backups oder Programmversionen. Der Produktionsprozess wird durch die Datenmanagementsoftware überwacht und alle Ereignisse im Sinne eines Audit-Trails gespeichert. Und im Fall der Fälle stellt versiondog vorherige Versionen wieder her und sichert so die Verfügbarkeit. versiondog beantwortet die großen Fragen WER hat WANN WAS und WO geändert und generiert Sicherheit, Verfügbarkeit und vor allem Qualität.

Die Stärken dieses Systems unterstützen alle Produktionsprozesse, es wird eine Datentransparenz und Einsicht geschaffen, von deren Stärke Qualitätsbeauftragte, Auditoren, Auditierte und letztlich Produzenten gleichermaßen profitieren.

Quellen:

  • IATF 16949:2016, 1. Ausgabe, 2016
  • Strompen, Peter (Hrsg. TÜV Media GmbH), Die IATF 16949 : Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme für die Serien- und Ersatzteilproduktion in der Automobilindustrie, Köln, 2017